Rund um Boppard Nr. 51/52, 22.12.2000, S. 8

 

Am 14. November gründeten 14 Bürgerinnen und Bürger den „Förderverein Propsteigarten Hirzenach“, der nach der Eintragung in das Vereinsregister als „e. V.“ tätig sein soll. Nach der Verabschiedung der Satzung wurden in den Vorstand gewählt: Hans-Josef Karbach (Erster Vorsitzender), Pater Prof. Dr. Fritz Köster (Zweiter Vorsitzender), Dirk Eisele (Kassierer), Michael Koelges (Schriftführer) sowie Hildegard Frohs (Beisitzerin) und Josef Schmitt (Beisitzer). Pastor Hermann-Josef Ludwig gehört als der für die Kirchengemeinde Hirzenach zuständige Pfarrer dem Vorstand als geborenes Mitglied an. Zwischenzeitlich hat das Finanzamt Simmern die Gemeinnützigkeit zuerkannt.

 

Der Förderverein möchte die Unterhaltung des unter Denkmalschutz stehenden Propsteigartens ideell und materiell fördern. Zu diesem Zweck soll der Öffentlichkeit die kulturelle und geschichtliche Bedeutung der Gartenanlage bewusst und diese selbst zu einem Ort der Begegnung gemacht werden. Weiterhin möchte der Verein selbst Unterhaltungsmaßnahmen durchführen und Mittel für die Unterhaltung des Propsteigartens beschaffen, die er der Katholischen Kirchengemeinde St. Bartholomäus als Eigentümerin zweckgebunden zur Verfügung stellt.

 

Die Untere Denkmalschutzbehörde bei der Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück hat im Februar 1992 das Gesamtareal mit der ehemaligen Pfarrkirche (jetzt „Villa Brosius“), der ehemaligen Propsteikirche (heute Pfarrkirche), dem früheren Propsteigebäude (Pfarrhaus) und dem vormaligen Propsteigarten (nunmehr Pfarrgarten) als Denkmalzone förmlich unter Denkmalschutz gestellt, da dieses Ensemble das Ortsbild Hirzenachs entscheidend prägt. Bei dem Pfarrgarten handelt es sich um eine der wenigen Anlagen des 18. Jahrhunderts im Linksrheinischen, deren Struktur in ihren Grundzügen heute noch erhalten ist. Vermutlich wurde der Garten, der ursprünglich im Südosten bis an den Patelsbach reichte, zusammen mit dem Propsteigebäude vor 1750 angelegt. Die den Garten in Rechtecke gliedernde Buchsbaumhecke, die von hohem materiellem und denkmalpflegerischen Wert ist, geht wohl ebenfalls noch auf die ursprüngliche Anlage aus der Zeit vor 1800 zurück. In der Umfassungsmauer aus Bruchstein ist an der Straßenseite nach der Ostecke des Gartens hin ein Basaltlavakreuz eingelassen, das ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammt.

 

Wer sich für die Arbeit des Fördervereins interessiert oder Mitglied werden möchte, wende sich bitte an Hans-Josef Karbach (Tel. 06741/2290) oder Michael Koelges (Tel. 06741/2839).

 

Rund um Boppard Nr. 29, 20.7.2001, S. 6

Im Rahmen einer Vorstandssitzung des Fördervereins Propsteigarten Hirzenach e. V. stellte Landschaftsarchitektin Stella Junker-Mielke, Worms, ihre gartendenkmalpflegerische Planung für die Außenanlagen der Denkmalzone „Ehemalige Benediktinerpropstei Hirzenach“ vor. Frau Junker-Mielke, die dem Förderverein vom Landesamt für Denkmalpflege empfohlen worden war, erläuterte ihre bisherigen Arbeiten, insbesondere die Nachforschungen über die Geschichte des heutigen Pfarrgartens. Ferner ging sie näher auf den heutigen Zustand anhand von Bestandsplänen ein, die auf aktuellen Vermessungen beruhen. Frau Junker-Mielke wird auf der Grundlage der bisherigen Arbeiten in Abstimmung mit den staatlichen und kirchlichen Denkmalpflegebehörden einen Bepflanzungsplan entwerfen und Hinweise für künftige Pflegearbeiten geben.

Die Mitglieder des Fördervereins haben während der letzten Monate in knapp 200 Arbeitsstunden erste Pflegearbeiten geleistet. Wer sich für die Arbeit des Vereins interessiert, erhält nähere Informationen unter 06741/2290 oder 2839.

 

Rund um Boppard Nr. 9, 28.2.2003, S. 18

 

Im Rahmen der Jahrestagung der Gartendenkmalpfleger der 16 bundesdeutschen Landesdenkmalämter auf Schloss Stolzenfels besuchten die Fachleute unter der Führung von Hauptkonservator Dr. Jan Meißner und Landschaftsarchitektin Stella Junker-Mielke auch den Hirzenacher Pfarrgarten. Als Beispiel praktischer Umsetzung wurde Hirzenach als einziges Gartenobjekt in Rheinland-Pfalz ausgewählt und die Musterpflanzung eines Klostergartens präsentiert. Die Auswahl erfolgte unter anderem deshalb, weil sowohl die praktische Umsetzung als auch die weitere Pflege der Anlage durch den Förderverein gewährleistet sind.

 

Die Experten diskutierten verschiedene Varianten der Neuanlage der Gartenwege (Rasen oder wassergebundene Wegdecke mit Splitteinstreuung), den Schnitt der 250 Jahre alten Buchshecke und die Pflanzenauswahl für den Kloster- und Bauerngarten. Die Exkursionsteilnehmer bezeichneten das Projekt als hochinteressant und würdigten die Arbeit des Fördervereins, der Landschaftsarchitektion und der ausführenden Gartenbaufirma.

 

Die ehemalige Benediktiner-Propstei mit Kirche und Propsteigarten ist eines der reizvollsten Architekturensembles am Mittelrhein und damit wesentliches Element des UNESCO-Welterbes Mittelrheintal. Die Siedlungskontinuität geht bis in die römischen Zeiten zurück, wie archäologische Reste östlich des Chores der mittelalterlichen Propsteikirche belegen. Die Propstei des Klosters Siegburg erhielt nach 1700 einen schlossartigen Neubau in erhöhter Lage am Rheinhang. Hangabwärts und seitlich erstreckt sich der ummauerte Garten, der nach dem Propsteibau angelegt sein dürfte. Er integriert aber Elemente einer älteren Gartenanlage des abgebrochenen mittelalterlichen Propsteigebäudes, wie ein Brunnen mit dem Reliefwappen des Propstes Roland von Waldenburg (dat. 1569) auf der rheinabgewandten Seite der Propstei beweist.

 

Der barocke Propsteigarten ist nicht auf das Propsteigebäude bezogen, sondern besitzt eine eigenständige Gliederung mit Terrassen seitlich des Propsteigebäudes und der Fläche unterhalb der Propstei zum Rheintal hin. Der Garten ist durch ein Wegekreuz und seitliche Wege in zweimal acht quadratische Kompartimente aufgeteilt. Die Wege werden durch sehr alte, wohl noch aus dem 18. Jahrhundert stammende Buchshecken eingefasst. Die seitlichen Kompartimente auf der Südseite dienten zum Obst- und Beerensträucheranbau; auf den Terrassen wurden Weinstöcke gezogen. Die quadratischen Felder dienten ansonsten zum Anbau von Nutzpflanzen für die Propstei. Zentrum der Anlage ist ein kleines buchsgefasstes Rondell mit einem runden Brunnen. Es ist auf einen ihn den Hang gegrabenen gewölbten Keller mit seitlichen Treppenläufen ausgerichtet.

 

Die Abmessungen des Hirzenacher Propsteigartens sind zwar nicht fürstlich, aber durchaus herrschaftlich. Der Garten ist zusammen mit dem von Schloss Bürresheim in der Eifel die einzige Gartenanlage des frühen 18. Jahrhunderts, die nicht nur mit ihren Architekturelementen, sondern auch mit ihrer pflanzlichen Struktur erhalten geblieben ist und niemals umgeformt wurde. Dieses ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil die linksrheinischen Gebiete sowohl durch die Kriege Ludwigs XIV. im späten 17. Jh. als auch durch die Revolutionskriege nach 1789 nahezu alle adligen und klösterlichen Gartenanlagen verloren haben. Daher ist der Hirzenacher Propsteigarten nach Auffassung der staatlichen und kirchlichen Denkmalpflegebehörden von herausragender gartenhistorischer Bedeutung für Rheinland-Pfalz.

 

Wer sich für die Arbeit des Fördervereins interessiert, wende sich bitte an Hans-Josef Karbach (Tel. 06741/2290) oder Michael Koelges (Tel. 06741/2839, koelges@epost.de).

 

Rund um Boppard Nr. 39, 26.9.2003, S. 9

 

Rund 270 Interessierte waren am Sonntag, dem 14. September, zu Gast beim Förderverein Propsteigarten Hirzenach. An diesem Tag fand der bundesweite „Tag des offenen Denkmals“ statt. Bei herrlichem Wetter bot sich den Besucherinnen und Besuchern die Gelegenheit, den ehemaligen Propsteigarten selbst und die Arbeit des Fördervereins näher kennenzulernen. Man konnte durch den Garten schlendern oder sich einer der Führungen anschließen, die zwischen 13 und 17 Uhr angeboten wurden. Viele machten Gebrauch von der Möglichkeit, sich aus erster Hand über Fragen und Probleme zu informieren, die sich bei der Realisierung eines Projekts wie der originalen Wiederherrichtung eines alten klösterlichen Gartens ergeben können. Besonderer Anziehungspunkt war der nach alten Vorbildern angelegte Kräutergarten, den Schwester Benedikta Böckelmann dem Publikum mit kenntnisreichen Erläuterungen nahe brachte. Auch das leibliche Wohl kam nicht zu kurz: Hinter dem Pfarrhaus boten Vereinsmitglieder Kaffee, Kuchen und Getränke an. So pflegte man bis zum frühen Abend in angenehmer Atmosphäre einen intensiven Gedankenaustausch. Der Förderverein ist von dem regen Zuspruch sehr angetan und freut sich auf den nächsten Tag des offenen Denkmals im Jahr 2004. Wer sich für die Arbeit des Fördervereins interessiert oder Mitglied werden will, erhält nähere Informationen bei Hans-Josef Karbach (Tel. 06741/2290) oder Michael Koelges (06741/2839, koelges@epost.de).

 

Rund um Boppard Nr. 42, 17.10.2003, S. 9

 

Rheinischer Verein besuchte Hirzenach

Der Ortsverband Mainz des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz besuchte am 11. Oktober unter der Leitung von Prof. Dr. Dethard von Winterfeld und Dr. Eberhard J. Nikitsch den Bopparder Stadtteil Hirzenach. Auch der Vorsitzende des Gesamtvereins, Dr. Norbert Heinen (Köln), nahm an der Exkursion teil. Während Prof. von Winterfeld den Teilnehmern die Bau- und Kunstgeschichte der spätromanisch-frühgotischen Pfarrkirche, der Villa Brosius und des Pfarrhauses nahe brachte, erläuterte Dr. Nikitsch die Hirzenacher Ortsgeschichte und schilderte die historische Entwicklung der Benediktinerpropstei. Michael Koelges vom Förderverein Propsteigarten Hirzenach führte die Gruppe durch den Pfarrgarten und legte den Gästen die Ziele des Fördervereins dar. Einigkeit bestand darin, dass Hirzenach mit seiner reichen geschichtlichen Vergangenheit und aufgrund seiner kunsthistorischen Bedeutung einen wichtigen Baustein im Gefüge des UNESCO- Welterbes Oberes Mittelrheintal darstellt.

 

Rund um Boppard Nr. 15, 8.4.2004, S. 7

 

In der Mitgliederversammlung des Fördervereins Propsteigarten Hirzenach e. V. standen der Rückblick auf das vergangene Jahr und die Vorschau auf die anstehenden Arbeiten im Mittelpunkt des Interesses. Der Erste Vorsitzende Hans-Josef Karbach erläuterte, dass man das Hauptaugenmerk auf die Sanierung der Terrassenmauern gelegt habe. Die Eigenleistungen der Vereinsmitglieder flossen in erster Linie in die Sanierung und Neuverlegung der Wasserleitungen sowie in Pflanz- und Pflegearbeiten. Unter anderem wurde die untere Gartenterrasse mit Reben bestockt und der Kräutergarten fertiggestellt. Ein sehr großer Erfolg war die Teilnahme am „Tag des offenen Denkmals“ am 14. September 2003, als rund 270 Interessierte beim Förderverein zu Gast waren und sich über seine Arbeit informierten. Auch der Besuch des Ortsverbands Mainz des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz im Oktober 2003 dokumentiert, dass die Tätigkeit des Fördervereins allgemein auf breites Interesse stößt.

Für die kommenden Monate ist geplant, die Terrassen und Treppenaufgänge unterhalb des Pfarrhauses mit einem Geländer zu versehen, da dieser Bereich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Außerdem stehen die Pflege des Gartenareals selbst und die Sanierung des Wegenetzes ganz oben auf der Prioritätenliste. Kürzlich haben die Vereinsmitglieder den Zugang von der Kirchstraße zum Pfarrhaus von Gestrüpp befreit, um auch diesen Bereich für die künftige Gestaltung vorzubereiten.

Nach einer angeregten Diskussion über Einzelheiten der anstehenden Arbeiten dankte der Vorsitzende den Mitgliedern für ihr Engagement, wünschte sich aber auch eine stärkere Beteiligung an den Arbeitseinsätzen, die samstags von 9 bis 12 Uhr stattfinden.