Hirzenach, Garten der Benediktiner-Propstei St. Maria und Johannes Ev.

hier: denkmalpflegerische Bewertung

                           Hirzenach, Garten der Benediktiner-Propstei St. Maria und Johannes Ev.

                                                           hier: denkmalpflegerische Bewertung

Die ehem. Benediktiner-Propstei St. Maria und Johannes Ev. mit der Propsteikirche und dem Propsteigarten ist eines der reizvollsten Architekturensembles am Mittelrhein und damit wesentliches Element des UNESCO-Weltkulturerbes Mittelrhein.

Die Siedlungskontinuität geht bis in die römischen Zeiten zurück, wie archäologische Reste östlich des Chores der mittelalterlichen Propsteikirche belegen.

Die Propstei des Klosters Siegburg erhielt 1716 einen schlossartigen Neubau in erhöhter Lage am Rheinhang. Hangabwärts und seitlich erstreckt sich ein ummauerter Garten, der nach dem Propsteibau angelegt sein dürfte. Er integriert aber Elemente einer älteren Gartenanlage des abgebrochenen mittelalterlichen Propsteigebäudes, wie ein Brunnen mit dem Reliefwappen des Propstes Roland von Waldenburg (dat. 1569) auf der rheinabgewandten Seite der Propstei beweist.

Der barocke Propsteigarten ist nicht auf das Propsteigebäude bezogen, sondern besitzt eine eigenständige Gliederung mit Terrassen seitlich des Propsteigebäudes und der Fläche unterhalb der Propstei zum Rheintal hin. Der Garten ist durch ein Wegekreuz und seitliche Wege in zweimal acht quadratische Kompartimente aufgeteilt. Die Wege werden durch sehr alte Buchshecken eingefasst (wohl noch 18. Jh.). Die seitlichen Kompartimente auf der Südseite dienten zum Obst- und Beerensträucheranbau; auf den Terrassen wurden Weinstöcke gezogen. Die quadratischen Felder dienten ansonsten zum Anbau von Nutzpflanzen für die Propstei.

Zentrum der Anlage ist ein kleines buchsgefasstes Rondell mit einem runden Brunnen. Es ist auf einen ihn den Hang gegrabenen gewölbten Keller mit seitlichen Treppenläufen ausgerichtet.

Die gleichmäßige Rasterung der Gartenfläche und der noch nicht ausgeprägte Bezug zur Architektur des Propsteigebäudes verweisen auf Gartenanlagen des 17. Jhs. (in großer Form z. B. der Hortus Palatinus am Heidelberger Schloss des Salomon de Caus oder der Garten von Schloss Hessen, Kreis Halberstadt). Die Abmessungen des Hirzenacher Propsteigartens sind zwar nicht fürstlich, aber durchaus herrschaftlich. Der Garten ist zusammen mit dem von Schloss Bürresheim in der Eifel die einzige Gartenanlage des frühen 18. Jhs., die nicht nur mit ihren Architekturelementen, sondern auch mit ihrer pflanzlichen Struktur erhalten geblieben ist und niemals umgeformt wurde. Dieses ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil die linksrheinischen Gebiete sowohl durch die Kriege Ludwigs XIV. im späten 17. Jh. als auch durch die Revolutionskriege und die daran anschließende Besetzung durch das französische Empire nahezu alle adligen und klösterlichen Gartenanlagen des Ancien Régime verloren haben. Daher ist der Propsteigarten von Hirzenach von herausragender gartenhistorischer Bedeutung für Rheinland-Pfalz. Die gartendenkmalpflegerische Betreuung sollte die pflegende Behandlung der historischen pflanzlichen Elemente – vor allem der Buchshecken sowie eine Ergänzung der Heckenwege umfassen. Innerhalb der quadratischen Kompartimente sollte eine Bepflanzung mit historischen Blütenpflanzen sowie entsprechenden Obst- und Nutzpflanzen aus Sorten des 18. Jhs. erfolgen.

[gez.] (Dr. Jan Meißner)

Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz, Mainz

04.07.2002

St. Bartholomäus. Nachrichten für unsere Pfarrgemeinde Hirzenach, Holzfeld, Rheinbay, Februar 2001, S. 7
Erste Mitgliederversammlung des Fördervereins Propsteigarten Hirzenach

Am 17. Januar fand die erste Mitgliederversammlung des Fördervereins Propsteigarten Hirzenach statt. Der Erste Vorsitzende Hans-Josef Karbach konnte sechs Mitglieder und vier Vertreter des Vorstandes begrüßen.

 

Herr Karbach berichtete zunächst über einen Ortstermin des Vorstandes mit Herrn Dr. Meißner vom Landesamt für Denkmalpflege und der Diözesankonservatorin Frau Dr. Barbara Dendler am 15. Januar. Man einigte sich darauf, eine Gartenarchitektin, die schon des Öfteren mit dem Landesamt zusammengearbeitet hat, mit der Erstellung einer Bestandsaufnahme und eines Entwicklungskonzepts für den Pfarrgarten zu beauftragen. Herr Dr. Meißner und Frau Dr. Dendler sagten zu, die Kosten des Gutachtens größtenteils mit Zuschüssen abzudecken. Inzwischen hat die Architektin, Frau Junker-Mielke, mit dem Verein Kontakt aufgenommen. Ein erster Arbeitseinsatz der Vereinsmitglieder, der mit staatlicher und kirchlicher Denkmalpflege abgesprochen wurde, fand am 20. Januar statt. Die gebietsuntypischen Tannen, die mehr und mehr die Schauseite des Pfarrhauses verdeckten, wurden entfernt. Lediglich zwei große Exemplare blieben stehen, um einen Maßstab für die Höhe des Pfarrhauses zu bieten und um die dahinter liegende Straßeneinmündung Propsteistraße/Schulgang zu verdecken.

 

Weiterhin beschloss die Mitgliederversammlung, einen Jahresbeitrag von 36,-- DM / 20,-- € zu erheben. Ehepartner, Jugendliche, Schüler, Auszubildende, Studierende, Zivildienstleistende und Wehrpflichtige zahlen einen ermäßigten Beitrag von 24,-- DM / 12,-- €. Frau Annelie Stein und Herr Helmut Lambert wurden zur Kassenprüferin bzw. zum Kassenprüfer gewählt.

 

Der Verein hat zurzeit 19 Mitglieder. Der Vorstand würde sich freuen, wenn es noch mehr würden. Wer Interesse hat, setze sich bitte mit Hans-Josef Karbach (Tel. 2290) oder Michael Koelges (Tel. 2839) in Verbindung. Da der Förderverein als gemeinnützig anerkannt ist, sind Spenden steuerlich abzugsfähig. Auch die Mitgliedsbeiträge können steuermindernd geltend gemacht werden.


                                        
Rhein-Hunsrück-Zeitung Nr. 206, 5.9.2003, S. 19

 Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz veranstaltet alljährlich am zweiten Sonntag im September in Zusammenarbeit mit Denkmalpflegebehörden, Initiativen und Vereinen den „Tag des offenen Denkmals“. Historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, öffnen ihre Tore und laden Architektur- und Geschichtsliebhaber zu Streifzügen in die Vergangenheit ein. „Geschichte zum Anfassen“, das bietet der Denkmaltag den Besucherinnen und Besuchern dabei in wohl einmaliger Weise.
In fachkundigen Führungen berichten Denkmalpfleger und ehrenamtlich Engagierte an konkreten Beispielen über die Aufgaben und Tätigkeit der Denkmalpflege und lenken den Blick auf Details, die dem ungeschulten Auge verborgen bleiben. Ziel des Tags des offenen Denkmals ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken.
In diesem Jahr wird sich der „Förderverein Propsteigarten Hirzenach“ am Tag des offenen Denkmals beteiligen, der am Sonntag, dem 14. September, stattfindet. Interessierte erhalten die Möglichkeit, sich über die Arbeit des Fördervereins zu informieren und den Propsteigarten zu besichtigen. Seit nunmehr fast drei Jahren erneuern und pflegen die Mitglieder des Vereins in Zusammenarbeit mit staatlichen und kirchlichen Denkmalpflegebehörden den heutigen Pfarrgarten, der weit und breit der einzige erhaltene klösterliche Garten aus der Zeit vor 1800 ist.
Die betreuende Landschaftsarchitektin, Stella Junker-Mielke, führt jeweils um 13 und um 16 Uhr durch den Garten. Ab 13 Uhr bieten Mitglieder des Fördervereins Kaffee, Kuchen und kalte Getränke an. Sicherlich ergeben sich vielfältige Möglichkeiten für Gespräche und Diskussionen.
Der Förderverein freut sich auf viele interessierte Besucherinnen und Besucher. Nähere Einzelheiten erfahren Sie beim Ersten Vorsitzenden Hans-Josef Karbach (Tel. 06741/2290).



                                                           Sanierung des Hirzenacher Pfarrgartens
                                                     04.09.2004
 

Die Sanierung des Hirzenacher Pfarrgartens macht weitere Fortschritte
Zurzeit setzen Mitarbeiter einer Gartenbaufirma die Wege im Gartenbereich
instand, indem rund 300 Quadratmeter Wegefläche von Grund auf erneuert und
mit einer neuen Einstreuung versehen werden. Zur Finanzierung der Maßnahme

tragen Zuschüsse des Landesamts für Denkmalpflege, des Bistums Trier und
des Programms "Leader Plus" entscheidend bei. Als nächstes Projekt hat
sich der Förderverein Propsteigarten Hirzenach die Instandsetzung der
Treppenaufgänge zur Aussichtsplattform und der Aussichtsterrasse selbst
sowie die Montage eines Geländers entlang der unteren Terrassenstufe
vorgenommen.

 

                
Bartholomäuswein vom Förderverein Propsteigarten Hirzenach e.V.
                                               November 2008

Bereits die dritte große Ernte konnten Mitglieder des Fördervereines Propsteigarten Hirzenach e.V. im Pfarrgarten nach der ersten Rebenanpflanzung 2003 von den beiden Terrassen und dem Musterweinberg lesen. 210 Liter Most war die stolze Ausbeute und hat nach den Öchslegraden die Qualitätsstufe „Kabinettwein“ erreicht. Die Trauben wurden von Matthias Neyer, Gasthaus „Zum Rebstock“, Hirzenach, gekeltert und werden zu Wein ausgebaut. Die Pflege der Rebstöcke im Jahresverlauf hat Ulrike Mallmann übernommen. Den viel gelobten Wein des Jahrganges 2007 haben die Mitglieder des Fördervereines „St. Bartholomäuswein“ getauft, also auf den Namen des Schutzpatrons der Pfarrkirche, den Hl. Bartholomäus, der gleichzeitig auch Schutzpatron der Winzer und Haustiere ist. Wie in diesem Jahr wird dann der Förderverein den Wein im kommenden Jahr bei verschiedenen eigenen Anlässen im Propsteigarten den Besuchern anbieten, mit eigenem Etikett, welches die Propstei zeigt.